#arbeitsmarkt
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AktivierungEin arbeitsmarktpolitischer Begriff für Maßnahmen, die Leistungsbeziehende zur Aufnahme von Arbeit oder zu Qualifizierung bewegen sollen. Das Wort klingt nach Einschalten eines bislang ungenutzten Potenzials. Menschen werden sprachlich zu etwas, das aktiviert werden muss. Beratung und Förderung können dazugehören, ebenso Pflichten und Sanktionen. Das freundliche technische Verb hält diese Unterschiede angenehm zusammen.
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AnreizstrukturDie Gesamtheit von Regeln und Bedingungen, die bestimmtes Verhalten wahrscheinlicher oder unattraktiver machen sollen. In Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik klingt „Anreizstruktur“ wissenschaftlich und vermeidet moralische Unterstellungen. Trotzdem steckt häufig eine ziemlich konkrete Annahme dahinter: Menschen reagieren auf Geld, Pflichten und Sanktionen. Welche Motivation sie sonst noch besitzen, passt schlechter in das Modell.
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ArbeitsanreizEin Faktor, der Menschen dazu bewegen soll, eine Erwerbsarbeit aufzunehmen, mehr zu arbeiten oder eine bestimmte Stelle anzunehmen. In Debatten meint das häufig das Verhältnis von Lohn, Steuern und Sozialleistungen. Der Begriff klingt neutral verhaltensökonomisch. Praktisch steckt dahinter oft die politische Frage, ob Menschen mehr Geld angeboten oder weniger Unterstützung gelassen werden soll.
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ArbeitsgelegenheitenEin sozialrechtlicher Begriff für öffentlich geförderte Tätigkeiten, die Arbeitslose an Beschäftigung heranführen sollen und nicht immer reguläre Arbeitsverhältnisse sind. Besonders bekannt sind sogenannte Ein-Euro-Jobs. „Arbeitsgelegenheit“ klingt freundlich und offen. Ob sie Qualifikation schafft, reguläre Arbeit ersetzt oder hauptsächlich Beschäftigung organisiert, hängt stark von der konkreten Ausgestaltung ab.
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ArbeitskampfDer organisierte Konflikt zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern, etwa durch Streik oder Aussperrung. Das Wort ist bemerkenswert martialisch für einen rechtlich geregelten Interessenkonflikt, beschreibt aber immerhin offen, dass Tarifverhandlungen nicht nur aus freundlichem Austausch bestehen. Wo „Sozialpartnerschaft“ nach gemeinsamem Tisch klingt, erinnert „Arbeitskampf“ an die Machtfrage.
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ArbeitsmarktintegrationDer Prozess, Menschen in Beschäftigung zu bringen oder ihnen Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, häufig bezogen auf Arbeitslose, Zugewanderte oder andere Gruppen. Der Begriff klingt technisch und zielgerichtet. „Integration“ setzt zugleich voraus, dass der Arbeitsmarkt der gewünschte Zielort ist. Welche Arbeit, zu welchen Bedingungen und mit welchem Lohn, passt nicht mehr ganz in das kompakte Wort.
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ArbeitsmarktpolitikPolitik zur Gestaltung von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Qualifizierung und Vermittlung. Der Begriff ist sachlich und breit, umfasst aber sehr unterschiedliche Interessen: Unternehmen suchen Arbeitskräfte, Beschäftigte Einkommen und Sicherheit, der Staat möglichst wenig Arbeitslosigkeit. „Arbeitsmarkt“ lässt das Ganze wie einen Markt unter anderen erscheinen. Dass dort Lebenszeit verkauft wird, macht ihn politisch etwas eigensinniger.
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ArbeitszeitflexibilitätDie Möglichkeit, Beginn, Dauer oder Verteilung von Arbeitszeit variabler zu gestalten. Der Begriff kann Beschäftigten mehr Selbstbestimmung geben oder Unternehmen mehr Anpassung an Auslastung ermöglichen. Politisch wird beides gern gemeinsam verkauft. Wer über wessen Zeit verfügen darf, entscheidet aber darüber, ob Flexibilität nach Freiheit oder nach Dienstplan auf Zuruf aussieht.
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BedarfsgemeinschaftEin Begriff aus dem Sozialrecht für Personen, die in einem Haushalt wirtschaftlich so miteinander verbunden sind, dass Einkommen und Vermögen bei bestimmten Leistungen gemeinsam berücksichtigt werden. „Bedarfsgemeinschaft“ klingt nach solidarischer Einheit, entsteht aber nicht aus romantischer Selbstbeschreibung, sondern aus Leistungsrecht. Wer mit wem Bedarf teilt, kann für das zuständige Amt erheblich wichtiger sein als für die Betroffenen.
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BeschäftigungsfähigkeitDie Fähigkeit einer Person, eine Beschäftigung zu finden, auszuüben und unter veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt zu bleiben. Der Begriff verschiebt den Blick vom vorhandenen Arbeitsplatz auf die Eigenschaften des Einzelnen: Qualifikation, Anpassungsfähigkeit, Gesundheit. Das kann sinnvoll sein, macht Arbeitslosigkeit aber leichter zu einem persönlichen Optimierungsproblem. Der Arbeitsmarkt selbst muss dabei erstaunlich wenig an seiner Beschäftigungsfähigkeit arbeiten.