#euphemismus
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AktivierungEin arbeitsmarktpolitischer Begriff für Maßnahmen, die Leistungsbeziehende zur Aufnahme von Arbeit oder zu Qualifizierung bewegen sollen. Das Wort klingt nach Einschalten eines bislang ungenutzten Potenzials. Menschen werden sprachlich zu etwas, das aktiviert werden muss. Beratung und Förderung können dazugehören, ebenso Pflichten und Sanktionen. Das freundliche technische Verb hält diese Unterschiede angenehm zusammen.
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AnkerzentrumEin seit 2018 verwendetes Modell großer Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende, in denen Behörden Aufgaben von Ankunft und Asylverfahren bis zu Verteilung oder Rückführung bündeln. Die offizielle Schreibweise „AnkER“ wurde aus „Ankunft, Entscheidung und Rückführung“ gebildet. Das Wort erinnert zugleich an Halt und Orientierung. Für Bewohner bedeutet das Modell vor allem konzentrierte Verfahren und häufig längeren Aufenthalt in einer zentralen Einrichtung.
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ArbeitsgelegenheitenEin sozialrechtlicher Begriff für öffentlich geförderte Tätigkeiten, die Arbeitslose an Beschäftigung heranführen sollen und nicht immer reguläre Arbeitsverhältnisse sind. Besonders bekannt sind sogenannte Ein-Euro-Jobs. „Arbeitsgelegenheit“ klingt freundlich und offen. Ob sie Qualifikation schafft, reguläre Arbeit ersetzt oder hauptsächlich Beschäftigung organisiert, hängt stark von der konkreten Ausgestaltung ab.
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AufwuchsEin verwaltungssprachlicher Begriff für eine Erhöhung, etwa von Personalstellen, Haushaltsmitteln oder militärischen Fähigkeiten. Wo „mehr Geld“ nach Forderung klingt, wirkt „Aufwuchs“ beinahe biologisch, als sei etwas organisch größer geworden. Der Begriff ist besonders beliebt in Haushalts- und Sicherheitsdebatten. Wachstum ohne sichtbare Hand ist sprachlich schließlich eine elegante Sache.
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AusreisepflichtDie rechtliche Verpflichtung einer Person, Deutschland zu verlassen, wenn kein Aufenthaltsrecht besteht. Der Begriff beschreibt einen Rechtsstatus und vermeidet die emotionaleren Wörter Abschiebung oder Ausweisung. Politisch kann dadurch der Eindruck entstehen, die tatsächliche Ausreise sei nur noch Vollzug einer klaren Pflicht. Rechtsmittel, Duldungen und praktische Abschiebungshindernisse machen die Wirklichkeit jedoch häufig deutlich weniger geradlinig.
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BedarfsgemeinschaftEin Begriff aus dem Sozialrecht für Personen, die in einem Haushalt wirtschaftlich so miteinander verbunden sind, dass Einkommen und Vermögen bei bestimmten Leistungen gemeinsam berücksichtigt werden. „Bedarfsgemeinschaft“ klingt nach solidarischer Einheit, entsteht aber nicht aus romantischer Selbstbeschreibung, sondern aus Leistungsrecht. Wer mit wem Bedarf teilt, kann für das zuständige Amt erheblich wichtiger sein als für die Betroffenen.
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BeschäftigungsfähigkeitDie Fähigkeit einer Person, eine Beschäftigung zu finden, auszuüben und unter veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt zu bleiben. Der Begriff verschiebt den Blick vom vorhandenen Arbeitsplatz auf die Eigenschaften des Einzelnen: Qualifikation, Anpassungsfähigkeit, Gesundheit. Das kann sinnvoll sein, macht Arbeitslosigkeit aber leichter zu einem persönlichen Optimierungsproblem. Der Arbeitsmarkt selbst muss dabei erstaunlich wenig an seiner Beschäftigungsfähigkeit arbeiten.
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EntlastungspaketEin Bündel staatlicher Maßnahmen, das Bürger oder Unternehmen finanziell entlasten soll, etwa durch Zuschüsse, Steuersenkungen oder Preisbremsen. Das Paket benennt die angenehme Seite bereits im Titel. Wer die Entlastung bezahlt, wie sie verteilt wird und ob an anderer Stelle Belastungen entstehen, folgt später. Politische Pakete besitzen bemerkenswert oft eine Vorderseite.
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ErtüchtigungsinitiativeEin Programm zur Ausbildung, Ausrüstung oder Unterstützung von Partnerstaaten, damit diese eigene Sicherheits- oder Verteidigungsaufgaben besser wahrnehmen können. „Ertüchtigung“ klingt nach Fitnessprogramm und schafft Distanz zu Waffenlieferungen oder militärischem Aufbau. Die Partner werden befähigt, nicht aufgerüstet. Sprachlich macht das denselben Lastwagen etwas leichter.
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FriedensmissionEin internationaler Einsatz, der der Sicherung oder Wiederherstellung von Frieden dienen soll und militärische, zivile oder polizeiliche Elemente umfassen kann. „Friedensmission“ stellt den gewünschten Endzustand in den Namen und lässt Mittel und Risiken zunächst kleiner erscheinen. Manche Missionen schützen tatsächlich Zivilisten und Waffenruhen. Dass Frieden dabei mit bewaffneten Kräften organisiert wird, bleibt trotzdem eine sprachlich bemerkenswerte Kombination.